Mangelerscheinungen bei Cannabispflanzen

Mangelerscheinungen bei Cannabispflanzen

In diesem Blogeintrag erklären wir dir, welche Nährstoffe bei der Cannabiszucht notwendig sind und wie sich Mängel optisch äußern können. Außerdem erfährst du hier, wie du einen Mangel ausgleichen kannst.

Was sind Nährstoffe?

Nährstoffe sind Elemente, die deine Pflanze zum Wachsen und um am Leben zu bleiben benötigt, genau wie bei uns Menschen.

Welche Nährstoffe sind wichtig?

Folgende Nährstoffe benötigt deine Cannabispflanze, um am Leben zu bleiben und wachsen zu können:

  • Stickstoff (N)
  • Phosphor (P)
  • Kalium (K)
  • Magnesium (Mg)
  • Zink (Zn)
  • Kalzium (Ca)
  • Bor (B)
  • Chlor (Cl)
  • Cobalt (Co)
  • Kupfer (Cu)
  • Eisen (Fe)
  • Mangan (Mn)
  • Molybdän (Mb)
  • Selen (Se)
  • Silicium (Si)
  • Schwefel (S)

Bewegliche und unbewegliche Nährstoffe

Da die Cannabispflanze zum Wachsen Nährstoffe benötigt, nimmt sie diese aus der Erde, sofern vorhanden, auf. Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen beweglichen und unbeweglichen Nährstoffen:

Bewegliche Nährstoffe können, wie der Name schon sagt, innerhalb der Pflanze transferiert werden. Bei unbeweglichen Nährstoffen ist dieser Transfer nicht möglich.

Sind Nährstoffe nur in zu geringer Konzentration im Boden vorhanden, verschiebt die Cannabispflanze die beweglichen Nährstoffe in die neuesten Triebe und Blätter. Dies ist darauf zurückzuführen, dass diese nicht durch Schatten verdeckt sind und die optimalste Photosyntheserate an den Tag legen. Somit strebt die Pflanze an, die neuesten Triebe und Blätter so gesund wie möglich wachsen zu lassen, um so viel Energie wie möglich zu erhalten. 

Zusammengefasst kann man also sagen, dass man bei einem Nährstoffmangel zuerst nach dem rein optischen gehen sollte. Stellt man einen Mangel erst an den älteren, unteren Trieben fest, bedeutet das, dass der Nährstoff, welcher der Pflanze fehlt, beweglich ist. Die Cannabispflanze zieht die Nährstoffe regelrecht aus den älteren Blättern und Trieben, um die oberen optimal zu versorgen.

Im Gegenzug zeichnet sich ein Mangel an unbeweglichen Nährstoffen zuerst an den neuen, jungen Trieben oben an der Pflanze ab, da die Cannabispflanze nicht in der Lage ist, diese Nährstoffe zu bewegen und sie somit in den unteren, älteren Trieben verbleiben.

Mit dieser Methode kannst du bei einem auftretenden Mangel schnell und zuverlässig nach dem Ausschlussverfahren grob einkategorisieren, womit du es zu tun hast.

Jetzt fragst du dich bestimmt, welche Nährstoffe beweglich und welche unbeweglich sind? Hier findest du eine Auflistung, die dir weiterhelfen wird:

Bewegliche Nährstoffe:

  • Stickstoff
  • Phosphor
  • Kalium
  • Magnesium
  • Zink

Unbewegliche Nährstoffe:

  • Kalzium
  • Bor
  • Chlor
  • Cobalt
  • Kupfer
  • Eisen
  • Mangan
  • Molybdän
  • Selen
  • Silicium
  • Schwefel

 

Foto von Cannabis Blatt mit Nährstoffmangel

 

Auflistung aller relevanten Nährstoffmängel

Stickstoff (N) (Makronährstoff)

Stickstoffmangel tritt häufig auf, da Stickstoff sehr schnell aus der Pflanze ausgewaschen wird. Daher sollte er ständig zugegeben werden. In der Wachstumsphase benötigt die Cannabispflanze deutlich mehr Stickstoff als in der Blütephase.

Wenn die Blätter deiner Pflanze von unten nach oben heller werden, weist das meist auf einen leichten Stickstoffmangel hin, da es sich bei Stickstoff um einen beweglichen Nährstoff handelt. Bei fortgeschrittenem Mangel zeichnet sich dieses Bild noch stärker ab, bis die vergilbten Blätter dann letztlich abfallen. 

Phosphor (P) (Makronährstoff)

Phosphormangel hemmt das Wachstum von Cannabispflanzen. Dies äußert sich meist durch kleine, dunkle und fleckige Blätter. Erst wird die Blattunterseite bei einem Mangel an Phosphor rot-lila, später auch andere Teile der Pflanze. Bei älteren, weiter unten liegenden Blättern verfärben sich die Spitzen dunkel und rollen sich nach unten. Schreitet der Mangel weiter voran, so sieht man das an abgestorbenen Stellen (Nekroseflecken) auf den Blättern, diese können groß ausfallen und sind meist lila oder schwarz. Zuletzt fallen die zuvor verschrumpelten und vertrockneten Blätter ab.

Kalium (K) (Makronährstoff)

Bei einem Kaliummangel werden die älteren, unteren Blätter deiner Cannabispflanze erst vom Rand her gelblich und sterben später ab. Die Stängel werden spröde und brüchig und deine Pflanze ist daher anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Außerdem steigt die Blattemperatur bei einem Kaliummangel an, was letztlich zu abgestorbenen Blättern führt, da die Proteinzellen gerinnen und das Blatt dadurch zerfällt.

Magnesium (Mg) (Sekundärnährstoff)

Magnesiummangel tritt bei Anbau unter LED-Kunstlicht relativ häufig auf. Dies ist stark vereinfacht darauf zurückzuführen, dass die Pflanze bei ähnlichem Photonenfluss wie bei Sonnenlicht oder HPS-Beleuchtung deutlich weniger Wärme erhält und somit ein verändertes Transpirationsverhalten an den Tag legt. Der Mangel äußert sich an rotbraunen Flecken an Blatträndern, Spitzen und zwischen den Adern. 

Zink (Zn) (Mikronährstoff)

Ein Nährstoffmangel an Zink äußert sich an sehr kleinen und schmal wachsenden neuen Blättern, die sich verschrumpeln und verbiegen. Auch dieser Mangel tritt recht häufig auf. Die Symptome ähneln stark denen eines Eisen- oder Manganmangels, weshalb sie oft verwechselt werden.

Kalzium (Ca) (Sekundärnährstoff)

Kalziummangel tritt bei der Cannabiszucht recht selten auf, ist aber nicht ausgeschlossen. Anfangs sind die Blätter sehr dunkel und das Wachstum der Pflanze ist stark gehemmt. Junge, neue Triebe sind stärker betroffen, da es sich bei Kalzium um einen unbeweglichen Nährstoff handelt. Mit fortschreitender Intensität des Mangels verkrüppeln sich betroffene Pflanzenteile und verfärben sich in Gelb- und Violetttönen. Die Blütenbildung ist stark gestört und die Pflanze verkümmert.

Bor (B) (Mikronährstoff)

In der Regel treten keine Mängel in Bezug auf Bor auf. Bormangel zeichnet sich durch verkümmerte obere Blüten aus, die Verbrennungserscheinungen zeigen können, als wären sie zu nah an der HPS-Lampe gewesen. Der Mangel tritt zuerst oben an den jungen Trieben auf, da es sich bei Bor um einen unbeweglichen Nährstoff handelt. Ist der Bormangel besonders stark, sterben Triebe ab, nachdem sich die Blattränder verfärbt haben. Außerdem gibt es zwischen den Blattadern nekrotische, abgestorbene Stellen.

Chlor (Cl)

Auch Chlor ist ein unbeweglicher Nährstoff, weshalb ein Mangel zuerst an den oberen, jungen Trieben auffällt. Allerdings tritt dieser Mangel so gut wie nie auf.

Kommt es zu einem Chlormangel, zeichnet sich das durch blasse, welkende Blätter aus, welche bei weiterem Verlauf einen Bronzeton annehmen. Außerdem wird der Wuchs der Pflanze gehemmt.

Kupfer (Cu)

Ein Kupfermangel zeichnet sich an den jungen, neuen Trieben als erstes ab, da es sich hier um einen unbeweglichen Nährstoff handelt. Dabei verwelken junge und frische Blätter und Triebe. Auch eine Verfärbung kann auftreten und das Absterben von Gewebe kann beobachtet werden. Es trägt den Anschein, dass die Pflanze trotz ausreichender Bewässerung am welken ist.

Eisen (Fe)

Eisen ist ein unbeweglicher Nährstoff. Daher tritt ein Mangel zuerst an jungen und neuen Trieben auf, bevor er sich auf den Rest der Pflanze ausbreitet. Ein begünstigender Faktor für das Auftreten eines Eisenmangels ist ein pH-Wert von 6,5 oder höher, denn dann wird Eisen (obwohl genügend im Boden vorliegt) nicht mehr von der Pflanze aufgenommen. Ein Eisenmangel tritt, untypischerweise, vom Blattstiel her auf und nicht von den Blatträndern. Beim Mangel bildet sich eine Chlorose zwischen den Blattadern.

Mangan (Mn)

Da Mangan ein unbeweglicher Nährstoff ist, tritt ein Mangel für gewöhnlich erst an den neuen und jungen Trieben auf. Erst im späteren Verlauf kann sich dieser Mangel auf die ganze Pflanze ausbreiten. Zu den Symptomen gehören Gelb-Verfärbungen zwischen den Blattadern. Bei stärkerer Ausprägung entstehen Flecken, die absterben (Nekrose). Zuletzt wirft die Pflanze betroffene Blätter ab.

Molybdän (Mb)

Auch Molybdän ist ein unbeweglicher Nährstoff, daher treten auch hier Mangelerscheinungen erst an den neuen jungen Trieben auf, bevor sich die Symptome auf den Rest der Pflanze ausbreiten. Zu den Symptomen gehören Chlorosen zwischen den Adern. Später biegen sich die Blattränder nach oben, bevor die Pflanze die betroffenen Blätter abwirft.

Silicium (Si)

Silicium befindet sich meist in ausreichender Menge im Boden und Gießwasser. Auch zeigen sich Mangelerscheinungen nicht so schwerwiegend im Vergleich zu anderen Mängeln.

Schwefel (S)

Schwefel ist ein unbeweglicher Nährstoff. Daher treten Mängel immer erst an den jungen und neuen Trieben deiner Pflanze auf und gehen erst später auf den Rest der Pflanze über.

Zu den Symptomen zählen eine Verfärbung der Blätter (gelb bis gelbgrün) und die Blattspitzen können verbrennen. Außerdem werden die Blätter später dunkel und die Blattränder biegen sich nach oben. Allerdings tritt ein Schwefelmangel nicht oft auf. Der Schwefelmangel wird oft mit Stickstoffmangel verwechselt.