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Cannabis richtig trocknen: Alle Methoden und Grundlagen erklärt
Inhaltsangabe
Wie trocknet man Cannabis Blüten?
Gerade als Anfänger auf dem Gebiet Homegrow lebt man oft in der Annahme, dass mit erfolgreich abgeschlossenem Grow alles erledigt ist und man auf der “sicheren Seite” ist. Doch dabei vergessen viele, wie wichtig das richtige und schonende Trocknen der Cannabisblüten ist und was es zu beachten gilt, dass alles Gute, was mühsam und geduldig erarbeitet wurde, konserviert und haltbar gemacht wird, sodass du die hohe Qualität deines Endprodukts schätzen wirst und deine Blüten, bis sie verbraucht sind, ansehnlich aussehen, einen betörenden Geruch verströmen und eine berauschende Wirkung haben.
In diesem Beitrag findest du alle nützlichen Informationen, die du benötigst, um das Beste aus deinen Blüten bei der Trocknung herauszuholen und nichts zu zerstören, was du dir zuvor mühsam erarbeitet hast.
Die zwei Arten der Trocknung
Beim Trocknen deiner Cannabisblüten hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du trocknest die ganze Pflanze am Stück, samt Blätter, dies nennt man Trockentrimm, da die Pflanze erst nach dem Trocknen manikürt werden. Du kannst auch die einzelnen Blüten trocknen, direkt nachdem du sie von der Pflanze geschnitten hast. Diesen Vorgang nennt man Nasstrimm, da die frischen, feuchten Blüten getrimmt werden. Erst anschließend werden die Cannabisblüten (meist auf einem Trockenrack oder Trockennetz, im Growzelt) getrocknet. In beiden Fällen nutzt man die Abluftanlage des Growzeltes, um durch den Unterdruck und den Einsatz des Aktivkohlefilters Gerüche auch während des Trocknens zuverlässig zu eliminieren.
Die Dauer des Trockenvorgangs
Die Dauer des Trockenvorgangs bestimmst du im Idealfall selbst und verlässt dich nicht auf unterschiedlichste Zahlen, welche man in diesem Zusammenhang oft liest. In diesem Abschnitt erfährst du, wie du den optimalen Trockenzeitpunkt erreichst (der Moment, wenn dein Cannabis beim Trocknen den optimalen Trocknungsgrad erreicht hat und im Idealfall anschließend in einem luftdichten Behälter gelagert wird), um das Maximum aus deiner Ernte zu holen.
Wie du in einem Abschnitt weiter unten lesen kannst, spielen die unterschiedlich ausfallenden Faktoren wie Lufttemperatur und -feuchtigkeit eine große Rolle beim Trocknen deiner Cannabisblüten. Daher ist es schwierig, nach einer Faustformel vorzugehen.
Um nicht Gefahr zu laufen, dein Cannabis zu übertrocknen, empfehlen wir, die getrockneten Blüten zur Lagerung in einen Behälter zu geben, welchen man luftdicht verschließen kann. Nun schließt du den Behälter und bringst ihn an einen etwas kühleren Ort, um Kondensation zu provozieren (ca. 3 – 4 °C Temperaturdifferenz reichen völlig aus). Wenn sich nach ca. 30 – 45 Minuten noch kein Kondenswasser an der Innenseite des Behälters sehen kann, weisen die Cannabisblüten einen ausreichenden Trocknungsgrad auf, um im verschlossenen Behälter gelagert zu werden.
Sollte sich Kondenswasser bilden, müssen die Blüten noch für weitere Stunden oder Tage, je nach Trocknungsgrad bzw. Temperatur und Luftfeuchtigkeit um Trockenraum, wieder zurück in dein Trockenzelt. Bei Bedarf wiederholst du diesen Vorgang bis zum Ausbleiben von Kondenswasser.
Die Trocknung der gesamten Pflanze mit anschließendem Trockentrimmen
Beim Trockentrimm deiner Cannabisblüten entfernst du zu Beginn nur die Segelblätter. Das sind die Blätter, die mit einem etwas längeren Stiel aus den Blüten herausragen und meist keine Harzkristalle tragen. Der deutliche Vorteil des Trockentrimms liegt darin, dass die Blüten während des Trocknens von den herabhängenden Blättern der Pflanze geschützt werden – sowohl gegen zu schnelles Austrocknen als auch gegen mechanische Einwirkungen. Dies steigert die Qualität des Endproduktes, die Trocknung dauert aber auch etwas länger als beim Nasstrimmen. Bedenke bitte, dass das Trockentrimmen im Vergleich zum Nasstrimmen deutlich zeitintensiver ist, da die Pflanze beim Nasstrimmen noch genügend Innendruck besitzt und die Blätter somit abstehen und sich nicht um die Blüten gelegt haben. Das vereinfacht den Erntevorgang erheblich. Beim Trockentrimmen hingegen liegen die getrockneten Zuckerblätter schützend um die Blüte. Dadurch musst du beim Trimmen mit einer Schneide deiner Trimm-Schere unter das getrocknete Blatt, was in Summe viel mehr Zeit kostet, aber dafür deine Blüten während des Trocknens vor zu schnellem Trocknen und mechanischer Einwirkung geschützt haben .
Die Trocknung der bereits nass getrimmten Blüten
Beim Nasstrimm entfernt man alle (Zucker)blätter der Blüten direkt nach dem Abtrennen von der lebenden Pflanze. Der deutliche Vorteil gegenüber des Trockentrimms besteht darin, dass der noch aufrecht erhaltene Pflanzeninnendruck dafür sorgt, dass die Blätter weiterhin (wie an der lebenden Pflanze) abstehen. Dies stellt sicher, dass du dir beim Abschneiden der kleinen Zuckerblätter leichter tust als beim Trockentrimm, da du die Blätter besser zwischen den Klingen deiner Schere platzieren kannst.
Anschließend legst du die getrimmten Blüten auf ein Trockennetz, welches du in deine Growbox hängen kannst und welches (je nach Ausführung) mehrere Lagen hat. Somit kannst du auch mehrere Sorten gleichzeitig trocknen, ohne die Blüten untereinander zu vertauschen. Dabei kannst du die Blüten entweder am Ast lassen oder direkt davon abtrennen. Wenn du deinen Cannabisblüten am Stengel lässt, trocknen sie langsamer und schonender, da sich Pflanzensäfte auch noch nachträglich zwischen den Blüten austauschen können.
Umluft beim Trocknen ausschalten
Achte bitte darauf, dass beim Trocknen deiner Cannabisblüten im Trockenzelt dein Umluft Ventilator ausgeschaltet ist, da der Luftzug deine Blüten von außen zu schnell trocknen lässt, was dafür sorgt, dass Trichome an der Blüten Außenseite vertrocknen. Dadurch werden Cannabinoide und Terpene unwiderruflich zerstört und dein Cannabis riecht später mehr nach Pflanze oder Heu als nach wohlriechendem Weed.
Auch deine Abluft solltest du aus demselben Grund auf die kleinste Stufe stellen. Ansonsten tritt durch einströmende passive Zuluft der gleiche Effekt auf, als wenn dein Clip Ventilator beim Trocknen eingeschaltet ist und deine Cannabisblüten zu schnell trocknen und später wenig Geschmack und Wirkung aufweisen.
Wenn du deine Abluft ausschaltest, steigt nicht nur das Schimmelrisiko deiner Cannabisblüten, auch wird Geruch entstehen und mit der Zeit mehr werden, da dein Aktivkohlefilter ohne Luftstrom nicht in der Lage ist, die Luft von Gerüchen zu befreien. Wenn du oder deine Nachbarn also eine empfindliche Nase habt solltest du deine Abluft samt Filter beim Trocknen weiterhin laufen lassen.
Besonderheiten beim Trocknen deiner Cannabis-Blüten
Bei zu warmem und trockenem Klima beim Trocknen der Cannabisblüten gilt es einige Besonderheiten zu beachten: Ist die Temperatur beim Trocknen zu hoch und die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, trocknen deine Blüten deutlich schneller als wenn die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt ist und kühle Temperaturen herrschen. In diesem Fall kannst du bewährte Methoden (wie den Stängel abzuknicken und auf ein Knackgeräusch zu achten) nicht nutzen. Das liegt daran, dass die Blüte bei diesen Gegebenheiten zu schnell von außen trocknet, auch innen fast schon trocken ist, aber der Stängel langsamer getrocknet ist und beim Abknicken noch kein Knackgeräusch von sich gibt. Solltest du diese Methode bei diesen Gegebenheiten anwenden, werden deine Cannabisblüten beim Anfassen zu Staub zerfallen, sobald der Stängel beim Abknicken knackt, und von den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen wird nicht mehr viel übrig sein.
Bei unter 15 °C Raumtemperatur steigt das Schimmelrisiko, da die relative Luftfeuchtigkeit steigt und sich Schimmel bei diesen Temperaturen sehr wohl fühlt. Wenn du die Temperatur deines Trockenraumes nicht erhöhen kannst, empfehlen wir in diesem Fall die Luft gut mit Ventilatoren zirkulieren zu lassen, damit sich herumschwebende Schimmelsporen nicht auf den Blüten niederlassen können. Dadurch vermeidest du Blütenfäulnis, auch wenn deine Cannabisblüten auf diese Art und Weise etwas schneller trocknen und du auf ein wenig Aroma und Wirkstoff verzichten musst. Dies ist ein guter Kompromiss, da man hierdurch einen Komplettausfall der Ernte verhindern kann.
