Cannabis Anbau Anleitung – Für Anfänger und Profis im Detail erklärt

Cannabis Anbau Anleitung – Für Anfänger und Profis im Detail erklärt

Hier erfährst du alles nötige, wenn es um Anleitungen zu Vorgängen beim Cannabis Anbau geht. Alles, was du in dieser Blog-Kategorie findest, ist, vom Anfänger über den Fortgeschrittenen bis hin zum Profi, unentbehrliches Wissen, welches dir zu deinem Top Grow verhilft.

Cannabis wird schon seit 12000 Jahren in China angebaut und ist seitdem eine global genutzte Kulturpflanze. Heute wird Hanf angebaut, um Baustoffe wie Seile, Verbundstoffe, Dichtungs- und Dämmmaterialien herzustellen. Außerdem wird Cannabis heute als Medikament für eine Vielzahl von Erkrankungen und Leiden eingesetzt und viele Menschen nutzen es zur Entspannung.

 

Foto von Cannabis Samen

Der Lebenszyklus von Cannabis Pflanzen

Cannabis Samen enthalten eine frühe Form der später wachsenden Pflanze, man kann es sich wie ein Embryo vorstellen. Sobald sie mit Wasser in Berührung kommen, keimen sie. Als erstes wachsen die sogenannten Keimblätter, die noch nicht typisch aussehen. Erst das folgende Blattpaar ist gezackt und lässt dich erahnen, welche Pflanze da gerade wächst. Nun ist die Pflanze in dem Alter, in dem sie beginnt, Photosynthese zu betreiben. Zur gleichen Zeit durchwurzelt die Pflanze das Pflanzmedium (z.B. Topf mit Erde), um Feuchtigkeit und Nährstoffe aufnehmen zu können.

Bei der Photosynthese gewinnt die Pflanze Energie aus Licht, welche sie für verschiedene biochemische Prozesse benötigt. Dazu nimmt sie CO2 über die sogenannten Stomata auf, das sind kleine Spaltöffnungen an den Unterseiten der Blätter. Dieses CO2 wird verwendet, um Zucker zu produzieren und letztendlich Biomasse aufzubauen. Der übrig gebliebene Sauerstoff (O2) wird von der Pflanze wieder ausgeschieden. Der Zucker wird genutzt, um den Stoffwechsel der Pflanze aufrechtzuerhalten. Da Cannabis eine Kurztagpflanze ist, blüht sie im Herbst, ihr gesamter Lebenszyklus dauert zwischen 100 und 130 Tagen.

Wusstest du, dass das Wachstum von Cannabis Pflanzen von fünf Faktoren abhängt? Diese sind:

  • Licht
  • Nährstoffe
  • Wasser 
  • CO2
  • Klima

Nur wenn alle fünf Faktoren in ausreichender Menge vorhanden sind, kann die Pflanze volle Leistung erbringen. Wenn nur ein Faktor in nicht ausreichender Menge vorhanden ist, drosselt die Pflanze ihre Leistung auf den geringsten gemeinsamen Nenner. Daher werden diese Faktoren “begrenzende Faktoren” genannt.

Foto von LED Board Eden BoardDas Licht

Um aus Licht in Verbindung mit Wasser und Kohlendioxid Zucker zu erzeugen, nutzen Pflanzen das Prinzip der Photosynthese. Unterschiedliche Wellenlängen des Lichts begünstigen unterschiedliches Verhalten bei der Pflanze. So sorgt beispielsweise rotes und blaues Licht für dickere Stiele, wohingegen infrarotes Licht die Dehnung der Pflanze begünstigt. Mithilfe eines Lichtmessgerätes kann zweifelsfrei festgestellt werden, ob die Beleuchtungsintensität und die Lichtverteilung angepasst werden müssen, damit die Pflanze ihr volles Potenzial ausschöpfen kann. Eine genauere, bzw. aussagekräftigere Messung des Lichts erfolgt durch den PAR Wert. Dieser beschreibt die photosynthetisch aktive Strahlung.

Die Nährstoffe

Beim Düngen gibt es zwei grundlegende Unterschiede: Zum Einen finden wir mineralische Düngemittel, zum Anderen organische Düngemittel. Hier die Unterschiede in Kürze:

Mineralische Düngemittel sind Mineralsalze in Pflanzenverfügbarer Form in einer wässrigen Lösung. Durch die gute Verfügbarkeit der Düngesalze sieht man die Auswirkungen des Düngens innerhalb weniger Tage, meist schon ein bis zwei. Allerdings sind die Schäden weitaus größer, solltest du einmal mehr Dünger geben, als deine Pflanze benötigt.

Bei organischen Dünger hingegen liegen die Düngestoffe noch in gebundener Form vor. Diese werden erst von Mikroorganismen im Boden zersetzt, und deren Stoffwechselprodukte können dann von den Pflanzen aufgenommen werden. Dies verhindert, dass die Pflanzen selbst bei Überdüngung starke Schäden zeigen, da der überschüssige Dünger nur nach und nach verfügbar gemacht wird und nicht in einem Augenblick auf die Pflanze einwirkt. Allerdings können Mangelerscheinungen beim Einsatz von organischem Dünger auch nicht so zuverlässig und schnell beseitigt werden, wie es bei mineralischem Dünger der Fall ist.

So, nun kennst du die Unterschiede zwischen mineralischem und organischem Dünger. Doch was haben beide Dünger gemeinsam?

Pflanzendünger enthält immer die drei Makronährstoffe (N, P, K) in unterschiedlichem Verhältnis zueinander, wobei N für Stickstoff, P für Phosphor und K für Kalium steht. Neben den Makronährstoffen gibt es noch die sogenannten Mikronährstoffe, die da wären: Bor (B), Chlor (Cl), Kupfer (Cu), Eisen (Fe), Mangan (Mn), Molybdän (Mo) und Zink (Zn).

Das WasserFoto von Luftblasen im Wasser

Beim Gießwasser für deine Cannabis Pflanze kommt es darauf an, wie viele Stoffe darin gelöst sind, also der Mineralgehalt, und der pH-Wert, also das Maß des Säure-Basen-Gleichgewichts.

Der Mineralgehalt des Gießwassers wird über den EC-Wert gemessen. Dieser gibt die elektrische Leitfähigkeit an und wird in Millionsteln (ppm = particles per million) angegeben. Ein guter Ausgangswert wäre ca. 125 – 150 ppm. 

Der pH-Wert beschreibt das Säure-Basen-Verhältnis einer Lösung. Ein pH-Wert von 0 bedeutet eine saure, 7 eine neutrale und 14 eine alkalische Lösung. Ein Punkt auf der Skala, ausgehend von pH 7, nach oben oder unten, bedeutet eine Verzehnfachung der Acidität oder Alkalinität. Nährstoffe haben einen nur geringen Bereich auf der pH-Skala, bei dem sie optimal von der Pflanze aufgenommen werden können. Wenn der pH-Wert nicht im optimalen Bereich liegt, stehen nur noch einzelne oder gar keine Nährstoffe der Pflanze zur Verfügung. Wenn die Nährstoffe nicht mehr verfügbar sind (man spricht auch davon, dass sie gesperrt sind), verlangsamt sich das Wachstum der Pflanze. Deshalb ist der pH-Wert so wichtig und sollte bei jedem Gießvorgang, nach Zugabe des Düngers, angepasst werden. Der optimale pH-Wert für Cannabis liegt zwischen 5,8 und 6,3.

 

Das CO2

CO2 ist neben Wasser einer der beiden Rohstoffe, die für die Cannabis-Zucht notwendig sind, auch wenn er nur tagsüber verbraucht wird. Die Photosyntheserate und das Pflanzenwachstum sind stark abhängig vom CO2-Gehalt in der Luft. Dies bedeutet, dass die Pflanze bei zunehmendem CO2-Gehalt mehr und bei sinkendem CO2-Gehalt weniger Photosynthese betreibt, bis dieser Vorgang bei etwa 200 ppm zum Erliegen kommt und die Pflanze stirbt, selbst wenn alle anderen Faktoren optimal vorhanden sind. Ganz ohne CO2 kommt die Pflanze noch kurze Zeit zurecht, allerdings fährt sie anschließend ihren gesamten Stoffwechsel herunter, um Zucker, also Energie, zu sparen. Erst bei wieder genügend vorhandenem CO2 kann die Pflanze ihren gewohnten Prozess wieder fortsetzen.

Wenn du die CO2-Zufuhr in deinem Growzelt steigerst, ohne mehr Licht zuzuführen, werden deine Pflanzen keine höhere Photosyntheserate aufweisen. Erst wenn du die Lichtzufuhr erhöhst, wirst du deinen Pflanzen die Möglichkeit geben, noch mehr CO2 aufzunehmen, was Wachstum und Ertrag steigern wird.

Die einfachste und naheliegendste Möglichkeit, CO2 in deinen Anbauraum zu bekommen, besteht darin, mit einer Messeinheit in Verbindung eines Controllers mit einer CO2-Gasflasche zu arbeiten. Dies ist auch die sicherste Möglichkeit.

Das Klima

Cannabis mag Temperaturen zwischen 20°C und 29°C. Höhere bzw. niedrigere Temperaturen verlangsamen den Stoffwechsel und somit das Wachstum der Pflanze. Die optimale Temperatur ist an die eingesetzte Lichtleistung gekoppelt. Das bedeutet, dass bei höherer Lichtleistung gerne auch eine etwas höhere Temperatur herrschen darf (solange die “Wohlfühltemperatur” nicht über- oder unterschritten wird), wohingegen sich das Pflanzenwachstum bei Temperaturen von 15°C oder niedriger einstellt. Die Pflanze wartet in dieser Situation lieber auf bessere Bedingungen. Zusätzlich ist es bei Pflanzen, welche bei einer konstanten Temperatur wachsen, wahrscheinlicher, dass sie dickere und widerstandsfähigere Stiele entwickeln wird und die Blüten eine deutlich höhere Dichte aufweisen.

Wenn du selbst messen möchtest, ob die Bedingungen in deinem Garten optimal sind oder angepasst werden sollten, ist es wichtig, dies im Bereich der oberen Blätter zu tun. Bitte achte auch auf die Bodentemperatur, denn wenn die Töpfe auf dem kalten Boden stehen, nehmen sie in nur kurzer Zeit diese Temperatur an, was ebenfalls den Stoffwechsel deiner Pflanze bis hin zum Erliegen senken kann.

 

Verfasser: Garten Eden – euer Grow-Experte since 2018